Restauration eines eigenen Instrumentes

Diese Palorgitarre habe ich von meinem Großvater bekommen. Aufgrund der Spielspuren, der Abnutzungen/Schäden und der damals vorgenommenen Modifikationen in den zahlreichen Jahren u.a. bei den Pfadfindern und der Armee war dieses Instrument nicht mehr spielbar. Weil die Gitarre ein Familienstück ist, zudem recht selten ist und wegen des recht hohen Alters mittlerweile auch ein Stück Geschichte ist, habe ich entschlossen dieses Instrument einmal umfangreich zu restaurieren.

Gebaut wurde diese Palorgitarre zwischen 1890 und 1910 in Markneukirchen von dem Streichinstrumentenmacher August Dürrschmidt. Wie der Name des Berufes schon sagt, war der Herr eigentlich Geigenbauer und hat nur eine kleine Hand voll Gitarren gebaut. Das Instrument besteht bis auf Decke und Leisten/Stöcke vollständig aus Ahorn. Besagte Decke, Leisten bzw. Ober- und Unterstock bestehen aus Fichte.

Am Anfang der Restauration habe ich die Gitarre in alle Einzelteile zerlegt und eine Bestandsaufnahme gemacht und anschließend alle Teile wieder verleimt. Die zwei Risse auf der Decke wurden geleimt und unterfüttert. Zudem wurde der ganze Korpus irgendwann einmal mit silbernem Streichlack laienhaft dick über lackiert. Mit der Ziehklinge wurde dieser sorgfältig wieder entfernt und anschließend wurde der Korpus fein geschliffen. Letzten Endes habe ich den Korpus zeitgenössisch klar lackiert. Das ganze Instrument ist auch nach der Restauration im absoluten Original- Zustand erhalten geblieben. Selbst die Original- Mechaniken habe ich wieder restaurieren können und funktionsfähig machen können. Einen neuen Knochensattel habe ich ebenfalls angefertigt und damit den alten ausgebrochenen Ebenholzsattel „in Rente“ geschickt. Die Messingbünde sind ebenfalls original und mussten lediglich abgerichtet werden. So wurde aus einem hässlichen, alten und unspielbaren Instrument eine hübsche Gitarre mit einer ausgesprochen guten Bespielbarkeit, mit einer sehr flachen Saitenlage und einem sehr klassischen und bauarttypischen leicht nasalen und warmen Klang.

Wenn also auch Sie ein solch persönliches Anliegen haben, welches nach einer Restauration „ruft“, scheuen Sie nicht vor einem Anruf oder einer Mail. Gerne nehme ich mich dann nach einer sorgfältigen Besprechung bzw. Beratung auch Ihres Instrumentes an. Ob nur eine Reparatur oder gar eine Komplettrestauration von Nöten ist, hängt natürlich von Instrument, Alter und Zustand ab. Bei einem persönlichen Begutachtungstermin erstelle ich Ihnen natürlich u.a. durch meine vielseitigen Erfahrungen in Reparatur, Restauration und Neubau einen genauen Kostenvoranschlag zu den nötigen Arbeiten an Ihrem Instrument.

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